Wir fragen Sie!

Wir fragen Sie: Wie hat Corona Ihr Leben bis jetzt verändert?

Wie verbringen Sie Ihren Tag? Was erleben Sie mit Ihrer Familie, Verwandten, Freunden, Nachbarn? Wie halten Sie Kontakt zu Ihren Kindern, Enkelkindern, Eltern und zu Ihrem sozialen Umfeld? Was stärkt Sie, was gibt Ihnen Hoffnung, was macht Ihnen Mut? Was spendet Trost und Zuversicht?

Bitte schreiben Sie uns Ihre Gedanken in kleinen Geschichten. Vielleicht gibt es ein persönliches Gebet, das Ihnen hilft und das Sie mit uns teilen möchten? Wir freuen uns, von Ihnen zu hören und zu lesen. Wir wollen mit Ihnen in Kontakt bleiben.

Ihre Texte würden wir gerne auf unserer Homepage veröffentlichen. Unter Ihrem Namen oder auch anonym.

Beiträge bitte per E-Mail an sigrun.sellmeier@gmx.de oder per Post senden an:

Evangelische Kirchengemeinde Ismaning/Unterföhring
St.-Florian-Str. 3, 85774 Unterföhring oder
Dr.-Schmitt-Str. 10, 85737 Ismaning

Stichwort: Wir fragen Sie!


Nachsinnen in Corona Zeiten - Zeit, Routinen zu überdenken?

 
Zeit, ja Zeit habe ich die Fülle und ich lese viel. Die Tage griff ich nach einem alten Buch aus dem Bücherregal. Ich habe es vor bald 20 Jahren geerbt, ich wollte es schon immer lesen, aber die Zeit, ja die Zeit fehlte... „Abenteuer und Fahrten der Seele“ heißt es, von Heinrich Zimmer, ca. 1946 in England geschrieben.  
Zu meiner Überraschung beginnt er mit einem Märchen aus dem Orient. „Abu Kasems Pantoffeln“.

Abu Kasem ist ein erfolgreicher, aber sehr geiziger Kaufmann. Sichtbares Zeichen seines Geizes sind seine ausgetretenen und mit Flicken übersähen Pantoffeln, mit denen er sich zum Gespött der Leute im Bazar machte. Nach einem Besuch im Hamam findet er die Pantoffeln nicht mehr an ihrem Platz, doch da steht jetzt ein Paar wunderschöner verzierter Pantoffeln, genau in seiner Größe. Von sich selbst eingenommen, vermeint Abu Kasem, dass sie ihm von einem Bewunderer hingestellt wurden, und er schlüpft hinein und behält sie. Die Pantoffeln aber, gehörten dem Kadi und als am Abend nur noch die stadtbekannten Pantoffeln des Geizkragens in einer Ecke herumlungern, ist schnell klar, wer die Pantoffeln des Richters gestohlen hat. Abu Kasem muss vors Gericht und wird vom Kadi zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt. Seine alten Pantoffeln erhält er zurück. Abu versucht nun, die Unglückspantoffeln loszuwerden, er wirft sie in den Fluss, doch sie beschädigen die Netze der Fischer und die werfen sie ihm wieder ins Haus. Er wirft sie in einen Teich, doch sie beschädigen die örtliche Wasserversorgung und Abu muss für den Schaden aufkommen. Er vergräbt sie, macht sich verdächtig, einen Schatz auf fremdem Grund geborgen zu haben, und das bringt ihn wieder vor den Kadi. Die Unglückspantoffeln haften nun regelrecht an ihm, er wird sie nicht los. Nach einer langen Reihe von solchen skurrilen Unglücksfällen, ist Abu nur noch ein armer und gebrochener Mann. Wieder einmal vor dem Kadi stehend, bittet er verzweifelt darum, dass der Richter ihn wegen künftiger Unglücksfälle, die auf seine Pantoffeln zurückgehen, nicht mehr zur Verantwortung ziehen möge. Jedoch der Richter lacht ihn aus und händigt ihm seine Pantoffeln wieder aus, denn das Gericht bereichert sich nicht an fremdem Eigentum.

Heinrich Zimmer stellt in seinen Betrachtungen zur Geschichte zunächst einmal fest: Mit der Erkenntnis, dass Geiz nicht gut ist, wäre ja schon etwas bei rausgekommen, aber da sei noch viel mehr, worüber man nachsinnen könne. Wie recht er damit doch hat! Es folgen ca. 20 Seiten griffiger und intensiver Betrachtungen durch den Autor, bei denen ich vor allem bei dem Gedanken hängenbleibe; was sind denn die Pantoffeln meiner ausgetretenen Gewohnheiten? Meine Pantoffeln der abfertigenden Routine?  Meine Pantoffeln des Geizes mit mir selber? Haften sie schon so sehr an mir, dass ich sie nicht mehr loswerde und sie meinem Glück, meinen Versuchen, ein stimmiges und gelungenes Leben zu führen immer wieder im Wege stehen, gar meine gut gemeinten Versuche ins Gegenteil kehren?
 
Ich habe über dem Buch die Augen geschlossen, und zum ersten mal seit langer Zeit eine gute halbe Stunde über mich nachgedacht. 

Sollte so tiefgreifschürfendes Sinnen denn wirklich nur in Corona Zeiten möglich sein? Dann hat sich Corona für mich bisher doch „gelohnt“.
 
Robert Stolz
 
Sollte ich Ihr Interesse an der Geschichte geweckt haben? Ich fand sie samt den etwas gekürzten Betrachtungen des Autors auch im Netz:
https://wiki.yoga-vidya.de/Abu_Kasems_Pantoffeln

 


Je länger die Einschränkungen werden, so schwieriger wird es. Kein gemeinsames Singen, kein Trommeln, keine Spielegruppe, keine Gottesdienste und das Schwierigste, keine Arbeit.

Gut tut mir mein Garten und zu überlegen, was kann ich tun. Brauchen Nachbarn Hilfe beim Einkaufen oder einfach ein gutes Wort. Ein kurzer Telefonanruf oder ein schönes Bild einwerfen.
Ich höre gerade die Kantate von Bach: Ich hatte viel Bekümmernis. Darin das Lied von Paul Gerhardt Wer nur den lieben Gott lässt walten.

Mit einer Mutmachstrophe will ich schließen Denk nicht in deiner Drangsalhitze, dass du von Gott verlassen seist, und dass ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Der, der sich uns hat auserwählt,
der weiß auch sicher, was uns fehlt.
Elisabeth


DIE NOTWENDIGEN FRAGEN

Wer bestimmt über deine Zeit?
Über wessen Zeit bestimmst Du?
Wer trägt Dich?
Wen erträgst Du?
Wer ernährt Dich?
Wen ernährst Du?
Wer lehrt Dich?
Wen lehrst Du?
Wer liebt Dich?
Wen liebst Du?
Wer tauscht sich aus mit Dir?
Wer besitzt Dich, besetzt Dich?
Wen besitzt Du, von wem bist Du besessen?
Wer bestimmt über Deine Gedanken?
In wessen Gedanken sitzt Du?
Wem bist Du etwas schuldig?
Wer ist Dir etwas schuldig geblieben?
Wer geht Dir durch den Kopf?
Wer geht Dir unter die Haut?
Was treibt Dich und jagt Dich?
Was plagt Dich?
Wer ist dir eine Last?
Jetzt weißt Du, was Du hast.

Luisa Francia

 


Eine Übung zu einer kreativen Lebensbilanz

Bleiben Sie während des Schreibens ganz bei sich, folgen Sie Ihrem inneren Gefühl, Ihren inneren Bildern.
(Verwenden Sie bitte keine Zitate, trauen Sie ihren eigenen Worten.)
Es geht um eine kreative, erzählerische Würdigung Ihrer Lebenserfahrung.

Nach Anthony de Mello „Meditation des Lebens“

1. Diese Dinge habe ich im Leben geliebt:
Dinge, die ich schmeckte ... die ich anschaute ... roch ... hörte ... berührte ...
2. Diese Erfahrungen waren mir teuer ...
3. Diese Gedanken haben mich befreit ...
4. Diese Anschauungen habe ich überwunden ...
5. Aus diesen Überzeugungen habe ich gelebt ... 
6. Dies sind meine Erkenntnisse 
-über Gott die Welt,
-von der menschlichen Natur, 
-vom christlichen Glauben, 
-über Liebe, 
-über Religion im Allgemeinen, 
-vom Gebet...
7. Diese Risiken habe ich auf mich genommen ... 
8.Diesen Gefahren habe ich getrotzt ...
9. Diese Leiden haben mich gestärkt...
10. Diese Lehren hat das Leben mir erteilt ...
11. Diese Einflüsse haben mein Leben geprägt 
(Menschen, Tätigkeiten, Bücher, Ereignisse ...)
12. Diese Bibelworte haben meinen Weg erhellt ...
13. Diese Dinge aus meinem Leben bereue ich ...
14. Dies habe ich in meinem Leben erreicht ...

Diese Menschen waren und sind meinem Herzen nahe …
Dies sind meine unerfüllten Wünsche ... '

Ich wähle mir einen Schluss für dieses Dokument:
ein Gedicht - von mir selbst oder von einem anderen ...
oder ein Gebet;
eine Zeichnung

 


 

Meine Oma hat mich gefragt ob ich nicht einen Text schreiben will, wie es mir während der Coronazeit geht. Eigentlich gehts mir gut. Meine Familie  und auch ich sind gesund. Ich habe alles was ich brauche und muß nicht hungern. Aber irgendwie ist diese Zeit doch komisch, irgendetwas fehlt: Die Freiheit bzw. allein das Wissen sich jederzeit frei bewegen zu können. Auch die Schule, der Sportverein oder die Arbeit im Kinderhaus fehlen mir. Das alles geht nicht mehr so wie vorher, klingt wie ein Luxusproblem. Vielleicht ist es dies in gewisser Weise auch aber in einer Gesellschaft und einem Land wo wir uns  sonst immer frei bewegen können ohne Beschränkung, kann diese plötzliche Einschränkung doch ganz schön schwer fallen. Schalte ich die Nachrichten ein höre ich nur noch Corona gefühlt 14 von 15 Minuten, der Rest ist Begrüßung und Wetter. Krass wie Corona  die Welt von heute auf morgen verändert hat! Ca. 2 Mio. Corona Infizierte weltweit ca. 520.000 Genesene und ca. 140.000 Verstorbene. Irgendwie erschreckend. Während der Rest der Welt mit Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen der Pandemie entgegen tritt empfahl der Präsident Lukaschenko (Weißrussland) : „Scherzend den Konsum von Wodka, Saunagänge oder landwirtschaftliche Tätigkeiten wie Traktorfahren! Krass oder? Niemand weiß wie es weitergeht. Es gibt auch positive Dinge, die Genesenen und der Zusammenhalt wenn auch eventuell nur in kleineren Kreisen. Vielleicht muss man einfach abwarten und Tee trinken. Was ist eure Meinung? Was denkt ihr dazu?

Antonia 15 Jahre 


 

 Ein Tag in Corona-Zeiten

 

Wenn ich ganz früh am Morgen das Haus verlasse um meine Runde zu drehe, dann habe ich die Chance meinen Mitmenschen nicht zu begegnen. Am Mittag und am Abend wird es schon schwieriger - denn einige meiner Mitmenschen halten noch nicht einmal den nötigen Abstand. Also heißt es früh aufstehen und den Wecker stellen. Vor dem Frühstück zum NordicWalking, denn ich will ja fit bleiben um mein Immunsystem zu stärken, ich weiß ja nicht wofür ich es noch brauche! Später zu Hause erst einmal Frühstücken  und eine große Tasse Tee! Vielleicht noch einmal Karten spielen - hören was das Radio zu sagen hat. Und schon ist es fast Mittag - das bisschen Haushalt auch dazu hält sich die Lust in Grenzen. Aber das Buch auf der Couch ruft! Halt vorher noch telefonieren! Oje, schon wieder eine Stunde vergangen. Zeit für das Mittagessen - Was gibt der Kühlschrank her - doch der ist noch gut gefüllt, so kann ich mir ein gesundes frischgekochtes Menü bereiten. Ein kleiner Mittagsschlaf ist nun fällig. Danach eine gute Tasse Kaffee und dann gönn ich mir doch noch eine kleine Auszeit auf dem Balkon mit meinem Buch, schließlich sollten frau bei diesem tollen Wetter nicht in geschlossenen Räumen sein. Die Sonne wärmt, das Buch ist spannend und ich kann in eine andere Welt eintauchen. Auf dem Balkon kann ich später den Sonnenuntergang genießen denn es ist bereits früher Abend geworden. Noch ein Telefongespräch mit meiner Tochter oder soll ich mit meinem Sohn erst sprechen, bevor ich dann mein Abendessen bereite. Nach dem Essen gönn ich mir noch einen Film im Fernseher, nur nicht zu anspruchsvoll - denn der Tag war so schön. Das Nichtstun hat mich doch ziemlich angestrengt.  Aber ich habe mir vom Nichtstun für morgen noch etwas aufgehoben…. Denn Corona findet auch morgen noch statt! Geduld ist angesagt!

Ingeburg S.

 


 Hallo zusammen, 

Jetzt ist der Glückssteinweg auch in Unterföhring angekommen. Wenn ihr also einen schönen Stein findet und ihn kreativ anmalt könnt ihr ihn zum S-Bahnhof bringen, im Buskreisel könnt ihr ihn dann hinlegen und zu dem Unterföhringer Kunstwerk beitragen . Wir hoffen auf eure Mithilfe!!!  Liebe Grüße Daniela 

 


 

 

Hallelu, Hallelu, Halleluja....


 

Wir fragen Sie! Ich frage mich! 

Was für seltsame Zeiten! Ein traumhaft schönes Wetter, die Natur wacht auf und ist bald schon voll in der Blüte.  Die Vögel stimmen ihr schönstes Konzert an. Jeden Morgen und auch am Abend ganz umsonst ein Konzert nicht nur für mich. Ja, ein bisschen sensibler bin ich in den letzten Tagen geworden. Nichts ist mehr so selbstverständlich. Es ist kostbar und sehr zerbrechlich unser Leben. Jede Begegnung hat einen neuen Stellenwert bekommen. Unterwegs - die meisten Menschen begegnen sich mit sehr viel Höflichkeit und großer Rücksichtnahme.  Manch eine ehrliche Begegnung, ein Gespräch,  ein  unerwartetes Lächeln eines Fremden läßt das Herz höher schlagen und zaubert ein lächeln auf mein Gesicht. Diese absolute Schönheit unserer Schöpfung tut manchmal fast weh - so schön ist sie! Und dann die Nachrichten Corona - Corona - Corona! In Amerika, Indien, Afrika - die Flüchtlinge - kaum auszuhalten die dortige Situation. Ja, das macht mich sehr betroffen und traurig es ist manchmal fast ungerecht, dass es mir/uns hier, wo ich/wir leben, so gut geht! Teilen - ja aber wie! Wieder mein zu Hause -  der Kühlschrank ist bestens gefüllt und wenn mir etwas aus geht, dann brauche ich nur loszugehen. Ich habe ein Dach über den Kopf und kann auch noch morgen meine Miete zahlen.  Angst vor Ansteckung, nein Angst habe ich nicht! Ich denke wir als Gesellschaft werden es gemeinsam schaffen!  Allerdings laut Aussagen meiner erwachsenen Kinder gehöre ich zu einer Risikogruppe, der über 60 jährigen. Nein, so fühle ich mich absolut nicht als Risikogruppe! Im Gegenteil ich bin voller Tatendrang und genieße auf der anderen Seite auch die Ruhe die mittlerweile sich überall verbreitet. Allein der Straßenverkehr! Die Freunde, ja die vermisse ich, die Begegnungen im Alltag und auch mit der Familie. Natürlich sind wir in guten Kontakt und haben auch so unsere Strategien entwickelt. Tägliche Gespräche am Telefon - WhatsAppen usw. Nun kommen die Geburtstage, die wir nicht zusammen feiern können - nur jeder für sich. Dann kommen die Osterfeiertage - die wir nicht zusammen feiern können - nur jeder für sich!

Doch es lässt sich aushalten und nicht nur aushalten sondern gut damit leben - ich bin ja in guter Gesellschaft:  „Ich habe ja mich und meinen Glauben.“

Sigrun Sellmeier


 

Was ich schon immer tun wollte…..    

                                                …und nie dazu Zeit gefunden hab.

Mir geht es ganz oft so, dass ich vor lauter Terminen keine Zeit für nichts finde. Verstehen Sie mich nicht falsch. Die meisten meiner Termine sind selbst verschuldet. Ich helfe gerne in den verschiedensten Institutionen, bei einer Veranstaltung in unsere Kirchengemeinde, beim Turnverein meiner Jungs, in der Schule des letzten Schuldkindes oder arbeitstechnisch bei einer Sonderaufgabe. Nicht zu vergessen, der Mann, das Haus, der Garten und der Hund. Ich mach es gerne und mit ganzem Herzen und voller Freude. Aber manchmal ist das alles einfach zu viel. Die Termine häufen sich und die Zeit dazwischen ist viel zu kurz für liegengebliebene Dinge. Seit Monaten nehme ich mir vor, meinen gestrickten Schal fertig zu stellen, das Regal im Keller aufzuräumen (es quillt über), das Postkörbchen zu sortieren (das quillt auch über) und den Schrank auszumisten. Immer kam was dazwischen. Ein bisschen genervt wünschte ich mir „a bisserl geruhsame“ Zeit herbei, endlich dazu zu kommen. Tja und jetzt. Jetzt ist genau diese Zeit da. Endlich habe ich für genau diese Dinge Zeit. Etwas fertig zu stellen, die längst überfälligen Aufgaben zu erledigen, die immer hintenanstehen müssen. Etwas halbherzig fange ich an, die Sachen von links nach rechts zu räumen, entstaube vielleicht noch 2 Regale in der Küche, nehme mein Strickzeug in die Hand und komme genau 5 cm weiter. Ansonsten sitze ich etwas antriebslos auf der Terrasse in der Sonne. Und wie so oft im Leben stelle ich fest, dass es mir gar nicht so wichtig ist, ob der Kleiderschrank aus- und das Regal aufgeräumt ist. Ich denke mir wie schön es wäre, jetzt von einem Termin in der Kirche zu einem anderen Termin in der Turnhalle zu eilen, dazwischen vielleicht noch schnell bei einer Freundin vorbeizuschauen, um die Einkaufsliste für die Geburtstagsfeier zu schreiben, die Grillfeier mit den Nachbarn zu organisieren und für das Abendessen mit den Kollegen einen Platz im Lokal zu reservieren. Trotz dieser zwiespältigen Gefühle ist die Küche so sauber wie beim Einzug, die Fenster sind geputzt, alle Wintersachen sind im Keller verstaut und im Garten ist das Unkraut entfernt. Was für ein kompliziertes Wesen ist der Mensch eigentlich. Hat er das Eine, weiß er es nicht zu schätzen, hat er das Andere, ist es auch nicht recht. Auf die Zeit „danach“ freue ich mich sehr und das bisschen Freizeitstress werde ich nie wieder bejammern. Lassen Sie uns hoffen, dass wir unser normales Alltagsleben bald wieder bestreiten dürfen. Ich glaube fest daran.   

Eure Steffi Bircks


Es sind besondere Zeiten die wir gerade erleben. Besonders viel Gutes lässt sich der Situation nicht unbedingt abgewinnen: kein Kontakt zu anderen Menschen außerhalb der Familie beziehungsweise außerhalb des Haushaltes, keine Veranstaltungen mehr, und zuhause geht man sich mit der Zeit auch manchmal auf die Nerven. Trotzdem müssen unsere Gedanken vor allem auch denen gelten, die gerade eine wirklich harte Zeit durchmachen. In diesem Moment kämpfen viele Menschen um ihre Existenz, viele Menschen haben Angehörige durch die Krankheit verloren, zahlreiche Menschen sind selber erkrankt, Krankenhäuser sind hoffnungslos überfüllt, Opfer häuslicher Gewalt sind dem Verbrechen ausgeliefert und in psychatrischen Kliniken werden teilweise Leute abgewiesen, um Betten für Corona-Kranke freizuhalten. Deshalb ist es hilfreich, für sich persönlich die „guten“ Dinge zu entdecken, zum Beispiel wie schön ein einfacher Spaziergang oder ein Lauf in der Natur sein kann. Oder die gemeinsame Zeit mit der Familie oder dem*der Partner*in, die man jetzt auf eine ganz neue Weise kennenlernen kann. Das Wichtigste aber ist, sich deutlich zu machen, warum man gerade auf viel verzichtet: es gibt Schicksale, die jetzt auf unser Verhalten angewiesen sind. Darauf Rücksicht zu nehmen und auch mal zu lernen, zurück zu stecken, nennt sich Solidarität. Klar, momentan ist die Situation für alle schwierig. Aber: es kann auch noch deutlich schlimmer sein und werden. Das gilt es jetzt im Hinterkopf zu behalten und möglichst alles zu tun, was die Krankheitsverbreitung verlangsamen kann. Dann wird es bald auch eine Zeit nach Corona geben.

Anonym - Studentin


 

Was mir Angst macht

zu einer Risikogruppe zu gehören
kein Geld mehr zu verdienen
aber am schlimmsten ist für mich von den vielen Toten in Italien zu hören!

Trotzdem geht es mir gut
Ich kann mich bewegen, ich habe einen Garten
Wir sind mindestens 3 Personen, die sich um die beiden älteren Personen im Haus kümmern
Eine Nachbarin hat mir schon 2 mal essen gebracht, indonesisch, sehr lecker! Ich habe Ihr Blätter für die Hasen gebracht

Der Zusammenhalt tut gut

Was mir hilft
mit anderen in Kontakt bleiben per whatsApp, Telefon oder über Balkon
schöne aufbauende Videos zu sehen und weiterzusenden
nur noch einmal am Tag Nachrichten zusehen, sonst keine Corona-Infos mehr
spazieren gehen
mir etwas für diesen Tag vorzunehmen
das folgende Lied:
"Du bist mein Zufluchtsort,
ich Berge mich in deiner Hand,
Herr du schützt mich.
Wenn immer mich Angst befällt, fliehe ich zu dir.
Ich vertrau auf dich und ich sage ich bin stark in der Kraft meines Herrn!"

Anonym

Hier ein paar meiner Gedanken zur Situation:
Auch wenn der Anlass ein sehr trauriger ist, so ist es doch schön, mal zuhause bleiben zu müssen. In unserem normalen Alltag hetzen wir von A nach B und ein Termin jagt den nächsten. Es ist angenehm, wie sich alles entschleunigt und man merkt plötzlich was wichtig ist. Wann haben ich das letzte mal wirklich durchgeatmet und mir Zeit für mich oder meine Liebsten genommen (wenn auch nur übers Telefon)? Wann war ich das letzte mal so kreativ und habe endlich mal das geschafft, was ich mir schon seit Ewigkeiten vornehme?
Meine Gedanken sind bei all denen, die gerade eine schwere Zeit erleben müssen, weil sie um Ihre finanzielle Existenz bangen oder zur Risikogruppe gehören und sich besonders schützen müssen. Alles wird seinen Weg finden und Gott möge euch Kraft an jedem neuen Tag geben. 
Also, bleibts dahoam, seids solidarisch und hoits zam.
Liebe Grüße Daniela
  

Hallo Ihr Lieben,

wir haben nicht wirklich was auszustehen. Das Haus ist groß und zusätzlich haben wir den Garten, der sich über meine ungeteilte Aufmerksamkeit sehr freut. So aufgeräumt war der um diese Zeit noch nie! Der Keller konnte zwischenzeitlich etwas entrümpelt werden, meinen Kleiderschrank habe ich gesichtet.

Arbeiten tue ich nun komplett zu Hause, vorher hatte ich einen Nachmittag im Büro, also auch nur wenig Änderung.

Mein Mann kann auch nach wie vor in die Kanzlei, da er ohnehin alleine ist.

Beim Einkaufen habe ich mein Verhalten allerdings deutlich verändert. Ich versuche für ein Zeitfenster von 1 Woche einzukaufen, um möglichst geringe Kontaktmöglichkeiten zu haben. Öffentliche Verkehrsmittel werden gemieden!

 Schade ist natürlich die Streichung sämtlicher Aktivitäten wie Chor, Musizieren, Mittwochs-Kirche, Konzert sowie die persönlichen Kontakte und unsere Reisen. Der für Ende April vorgesehene Florenz-Besuch muß wohl entfallen. Wir kommen bis dahin weder aus Deutschland raus noch nach Italien rein. Wie es mit meinem 40jährigen Abitreffen Ende Mai wird ist auch noch offen, ebenso der sich daran anschließende Urlaub auf Borkum. Derzeit einfach nichts planbar.

Wir versuchen viel mit dem Rad unterwegs zu sein und frische Luft zu tanken.

Mein "Pettersson" vor dem Haus schwenkt jeden Abend um 19:00 seine leuchtende Laterne!

 Mein Vater würde jetzt sagen: "ich bin zufrieden" oder auch "it could be worse" (in Erinnerung an die Kriegsjahre)!

Diese etwas gespenstische Zeit entfaltet aber auch tolle Kreativität: bei YouTube zu sehen - Coro virtuale "Va pensiero" ("Nabucco" di G. Verdi) - International Opera Choir

Diese wunderbare Arbeit wurde vom International Opera Choir aus Rom fertiggestellt: Project Manager Raffaella Baioni, Dirigent M° Giovanni Mirabile.
Raffaella hat jedes Chormitglied den eigenen Beitrag mittels Smartphone auf eine Grundlage aufnehmen lassen, die von einem Choristen stammt, der gleichzeitig auch Tonmeister ist. Die Aufnahmedateien wurden dann in einer bewunderswerten Montagetechnik zusammengeschnitten und.. das ist das Ergebnis!

Oder auch die Irischen Segenswünsche aus dem Homeoffice! www.youtube.com/watch?v=Ly7IfI6y8m8

Liebe Grüße, paßt auf Euch auf und bleibt gesund!

Eure Susanne


Die Stoßgebete meiner Oma

Als Kriegskind habe ich noch sehr intensive Erinnerungen an einzelne Erlebnisse. Sie werden jetzt hochgespült, wenn ich den Satz: „Das ist ja wie im Krieg“ höre. Da kommt mir meine Oma in den Sinn, bei der wir Zuflucht fanden, nachdem mein Vater im Krieg gefallen war. Sie war energisch und fromm und hat für uns alle gesorgt. Und sie hatte zu passenden Gelegenheiten ein Stoßgebet parat. Zwei davon begleiten mich durch viele Jahre hindurch, besonders auch jetzt in einer schwierigen und ungewissen Zeit.„Der Mensch denkt und Gott lenkt“ blieb Allgemeingut in unserer Familie. In Trauer- und Abschieds Situationen betete sie gerne: „Der Herr hat´s gegeben, der Herr hat’s genommen, gelobt sei der Name des Herrn.“ So beten zu können ist eigentlich eine Herausforderung. Zurückschauend muss ich sagen, meine Oma hat´s gelebt. Ich? - Ja ich, die ich jetzt so alt bin wie die Oma damals, als sie durch eine Gasvergiftung abrupt aus ihrem aktiven und sorgenden Leben herausgerissen wurde, bin immer wieder am Fragen - Fragen mit Rilke: Leben Sie jetzt die Fragen, vielleicht leben sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“ 

Ursula Lindner


 

uts ausblendeneiben Sie gesund!« Sie sind nicht allein!Ihre evangelische Kirchengemeinde Ismaning/Unterföhring

Gesundheit ist das höchste Gut! So heißt es doch. In den letzten Tagen haben wir das immer wieder gehört oder auch selber jemanden zugesprochen! Wohltuend! Denn es ist auch so gemeint!


 

Hallo zusammen, 

Ich hoffe ihr seit alle gesund und munter! 
Ihr könnt hier gerne ein Zeichen der Hoffnung hinter lassen : 
Wir freuen uns auf euren TREE OF HOPE meets ART OF HOPE
 
Wir wollen ein Zeichen setzen - ein Zeichen für Gemeinschaft und Solidarität. Wir trotzen dem Virus und setzen ihm unser künstlerisches Schaffen entgegen.
 
Mit einfachsten Materialien, wie Tüchern, kleinen Planen oder Stoffresten und ein bisschen Farbe lassen wir unseren Gedanken und Gefühlen freien Lauf. Malt und schreibt auf, was euch bewegt in dieser schwierigen Zeit! Zeigt, dass wir trotz "social distancing" zusammenstehen und miteinander kreativ werden können! Bringt eure Werke zum Zindlerhaus (Am Bahnhof 2, 85774 Unterföhring) und befestigt sie am Zaun! Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir auch diese Krise meistern.
 
Baum der Hoffnung e.V.
 
Zuheir und Susanne, Christian, Daniela, Jonas und Lillith
Mit Gottes Unterstützung werden wir es schaffen !