"Im Bauch des Walfischs" oder "Tiefer als in die Hände Gottes, kann ich nicht fallen" - Eine Sammlung

 

„Im Bauch des Walfischs“ heißt dieser Container auf unserer Homepage, in den wir einander in den nächsten Tagen und Wochen kleine ermutigende Botschaften schreiben können.

Klar, der Wal war kein Fisch und Jona hat nicht wirklich drei Tage am Grund des Meeres im Bauch des Fisches gesessen.

Dennoch ist der „Bauch des Walfischs“ ein symbolträchtiger Ort. Birgt er doch Jona, einen von uns, dessen Lebensroutinen jäh unterbrochen, und der von einem Großen und Unbekannten verschlungen wurde. Dort, im Bauch des Fisches harrt er auf das, was noch kommen wird, ohne Gewissheit, ob dies unverhoffte Abenteuer ein gutes Ende für ihn nehmen wird.

An diesem Un-Ort kann Jona dennoch denken, klagen, hoffen, beten und sich erinnern. Seine Gedanken bilden in ihm Worte. Sie verleihen ihm Ausdruck und binden ihn wieder an, am tragenden Grund des Lebens. Er drückt sein Gefühltes aus im Gebet (Buch Jona Kap Kap.2) und er erfährt: „Tiefer als in die Hände Gottes, kann ich nicht fallen.“ (Jörg Zink)

Lasst uns also teilhaben an Euren Gedanken, Gefühlen, an gefundenen Zitaten und Geschichten, die Euch am Herzen liegen. 
Im Vertrauen darauf, dass die Erfahrung des Jona dort unten keine einmalige im „Damals und Dort“ war, sondern dass sie sich uns Menschen immer wieder auf's Neue zu schenken vermag. 

Ich lege mal als erstes eine Kleinigkeit in den Container hinein und freue mich auf Beiträge – diese bitte an unsere „Befüllstation“ bei Sigrun.Sellmeier@gmx.de senden.

Was kurz, persönlich und prägnant ist, wird gerne gelesen! Eine kleine Bitte noch: Empfehlt diese Rubrik auf unserer Homepage im Kreis unserer Kirchengemeinde und darüber hinaus weiter, wenn Ihr Freude daran habt.

                              Diakon Robert Stolz

...doch können wir in uns die Stimme hören, die zu uns wie ein guter Freund weisend und lenkend redet; und indem wir die Angst besiegen, die uns an jeder Stelle den Lebensweg verstellt, werden wir bis an das Ziel. Bis hin zur Einsicht Gottes kommen.

Dann werden wir im Einklang mit uns selber sein, und unser eigenes Zuhause verwandelt sich in den Ort, da sich Gottes „Engel“, Gott als Heiland, in der Kraft des eigenen Wesens zu erkennen gibt. Eugen Drewermann Voller Erbarmen rettet er uns

 


 

Ein Gebet in der Coronakrise

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.

Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. 

Bitte tröste die, die jetzt trauern.

Schenke den Forschern und Ärzten Weisheit und Energie. 

Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft und 

Widerstandsfähigkeit in dieser extremen Belastung. 

Den Politikern, Mitarbeiter der Gesundheitsämter und allen, 

die Verantwortung für andere tragen, Klugheit und Besonnenheit. 

Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.

Um Frieden in mitten des Sturms, um klare Sicht. 

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten. 

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen,

sich einsam fühlen niemanden umarmen können.

Berühre Du ihre Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Pandemie abschwillt, 

dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann. 

Mach uns dankbar für den Tag in Gesundheit. 

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.

Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.

Dass Du allein ewig bist. 

Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt. 

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen. 

Wir vertrauen Dir. Danke. 

 

Amen

 


 

Ein Mensch, dessen Wesen und Tun von heiterer Liebe getragen wird, ist für andere Menschen ein Wunder.

Rudolf. Bultmann

 


 

Du kannst den Sturm nicht zur Ruhe bringen. 
Also höre auf es zu versuchen. 
Was du tun kannst ist selbst Ruhe zu finden. 
Der Sturm wird vorübergehen. 

Thich Nhat Hanh

 


 

Aus „Unser Leben hat Sinn“

 

Ist die Nacht auch noch so dunkel,

irgendwann wird´s wieder licht,

und kein Winter ist so eisig,

dass ihn nicht ein Frühling bricht.

 

Sieh beim Schatten stets die Sonne,

die gewiss dahinter steht.

Glaub ans Leben und vertraue,

dass es wieder aufwärts geht.

Helmut Zöpfl

  

Fürchte Dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen du gehörst mir!
Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht ersengt, keine Flamme wird dich verbrennen. Jesaja 43, 1-2
 

Schließlich ist, was vergangen ist vergangen, und die Zukunft steht erst vor der Tür. Alles, was der Mensch hat, ist die Gegenwart. Wenn es einem gelingt, den Tag, ja die Stunde mit Freude zu erfüllen, dann hat der Satan das Nachsehen.

Isaac B. Singer Die Gefilde des Himmels


Wenn jeder wartet, dass jemand anfängt, wird keiner anfangen!
weiße Rose
 

 

Täglich zu singen


Ich danke Gott, und freue mich
Wie's Kind zur Weihnachtsgabe,
Dass ich bin, bin! Und dass ich dich,
Schön menschlich Antlitz! habe;

Dass ich die Sonne, Berg und Meer,
Und Laub und Gras kann sehen,
Und abends unterm Sternenheer
Und lieben Monde gehen;

Und dass mir denn zumute ist,
Als wenn wir Kinder kamen,
Und sahen, was der heil'ge Christ
Bescheret hatte, amen!
...
Gott gebe mir nur jeden Tag,
Soviel ich darf zum Leben.
Er gibt's dem Sperling auf dem Dach;
Wie sollt er's mir nicht geben!
Matthias Claudius 1740-1815, aus Gedicht und Prosa  

 


                                                                                                                                                                                    von meinem Enkel Benjamin...


 

“...und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.”

Rainer Maria Rilke; Briefe an einen jungen Dichter
 

Dass ein Engel bei dir ist
 
Dass ein Engel bei dir ist, in deinen Dunkelheiten,
dass ein Engel bei dir ist, um dich zu begleiten. Das wünsche ich dir.
Dass ein Engel bei dir ist in deinen Fragezeiten,
dass ein Engel bei dir ist, um dich zu geleiten. Das wünsche ich dir.
Engel kommen leise, auf himmlische Weise beflügeln sie dich,
behüten sie dich, bestärken sie dich! Das wünsche ich dir.
Claudia Höly in (un)sterblich. Verabredung mit dem Leben

 

Mich dem Leben stellen

Mir

meinem Leben

Gott

vertrauen

 

mich meinen

Voraussetzungen

Ansprachen des Lebens

Verletzungen

Freude
Liebe

stellen

 

tragen - ertragen

leben - erleben

mich reifen lassen - Individuation

Mich meinem Leben stellen

(Irmgard Hahn)

 


 

Gebet

Möge die göttliche heilende Kraft durch uns fließen,

uns reinigen, stärken und heilen,
uns erfüllen mit Liebe, heilende Wärme und Licht,

uns schützen und führen auf unserem Weg.

Wir danken Gott dafür dass das geschieht.

(Anne Höfler)

 


 

Heilung für unseren Geist

Heilung für unsere Gedanken

Heilung für unsere Emotionen

Heilung für unseren Körper

Danke dafür, dass dies geschieht.

(Irmgard Hahn)

  

Die Sorgenschachtel
Der Automobil-Pionier Walter Chrysler (1875-1940) soll seine täglichen Sorgen aufgeschrieben und in einer kleinen Schachtel auf seinem Schreibrtisch abgelegt haben. Wenn er diese Sorgenschachtel nach einigen Wochen wieder öffnete, konnte er die meisten seiner Befürchtungen in den Papiekorb werfen: Sie hatten sich von selbst erledigt oder waren längtst vergessen. Diese handfeste Entsorgung kann natürlich nicht bei allen Problemen klappen, aber die Halbwertzeit der meisten Sorgen ist doch erfreulich gering. Das wusste offenbar auch Jesus: "MACHT EUCH KEINE SORGEN UM DEN MORGIGEN TAG, ER WIRD SCHON FÜR SICH SELBER SORGEN. Es ist genug, wenn jeder Tag seine eigene Last hat"
  

Wenn du meinst, es ist 
aussichtslos: Steh auf!
Wenn du meinst, es gibt keine Hoffnung mehr: Steh auf!
Wenn man dir sagt, so ist eben das Leben: Steh auf!
Wenn man dir sagt, das sind eben die Sachzwänge: Steh auf!
Wenn du nur noch funktionierst: Steh auf!
Wenn du nur noch denkst, was alle denken: Steh auf!
Wenn du nur noch tust, was alle tun: Steh auf!
Wenn du gezwungen wirst, gegen dein Gewissen zu handeln: Steh auf!
Steh auf, weil es eine Aussicht gibt.
Steh auf, weil Gott die Zwänge durchbrochen hat.
 

 
Ein Gefühl ist wie ein Kind,
das in uns lebt 
und weint und lacht, 
Hunger hat und bemerkt sein will. 
Wer zu seinem Gefühl zu oft sagt: 
„Sei still, ich habe jetzt keine Zeit für Dich“, 
dessen inneres Kind sitzt eines Tages 
in einer vergessenen Ecke und trauert, 
wird krank und verkümmert. 
Mit Gefühlen soll man umgehen, 
wie man mit einem Kind umgeht: 
Man sieht ihm freundlich und aufmerksam zu, 
man hört, was es klagt, 
man leidet mit ihm, wenn es leidet. 
Denn Gefühle sind die lebendigsten Kräfte in uns, 
und keine andere Kraft in uns 
bringt so viel Lebendiges hervor. 
Ein Kind hat auch Wünsche, 
die nicht immer zu erfüllen sind: 
berechtigte, gut und schöne. 
Dann nehmen wir es in den Arm 
und sind mit ihm traurig. 
Aber wir schicken es nicht weg. 
Ein Kind kann verstehen, 
dass es nicht alles haben kann. 
Aber lieben muss man es, 
ihm Mut geben und Fröhlichkeit und Raum,
seine Kräfte zu regen.  

Jörg Zink

 


 

Zitat:

...natürlich habe ich mit der Erschöpfung Bekanntschaft geschlossen, doch stärker war ein unglaublich leichtsinniges Vertrauen auf regenerative Kräfte.

Peter Sloterdijk Ausgewählte Übertreibungen S.10 


Resilienz - Vermögen einer Person oder Familie, sich trotz schwieriger Lebensbedingungen auf sozial akzeptablem Wege gut zu entwickeln.

Widerstand zu entwickeln, gegen die Zerstörung der eigenen Integrität und Aufbau eines Positiven Lebens.

 Lernfelder der Resilienz:

- Akzeptanz der Wirklichkeit und der eigenen Gefühle

- Selbstverantwortung für das eigene Leben und Handeln - nicht Opfer der Umstände sein.

- Lösungsorientierung: offen sein für die Zukunft, anpassungsbereit an veränderte Bedingungen, richtige Schlüsse ziehen, daraus lernen, neue Optionen finden.

- Netzwerkorientierung: Hilfe annehmen, Freundschaften aufbauen, Unterstützung bieten.

- Selbstwertgefühl: An die eigene Kompetenz glauben

- Langzeitperspektive einnehmen: So schwierig wie jetzt, bleibt es nicht immer, es kommen wieder andere Zeiten.

Resilienz ist ein Lernprozess der Risiken und Stress nicht eliminiert, sondern es Menschen ermöglicht, damit angemessen umzugehen.

Basis dazu:

- Austausch mit der Umwelt

- Austausch mit der eigenen Intuition, Gedanken Gefühlen und  den eigenen Erfahrungen, 

- Austausch mit den Mitmenschen.

 


Fußspuren im Sand

Ein Mensch hatte nachts einen Traum. Er träumte, dass er mit Gott am Strand spazieren ginge. Am Himmel zogen Szenen aus seinem Leben vorbei. Und für jede Szene aus seinem Leben ware Spuren im Sand zu sehen. Als er auf die Fußspuren im Sand zurück blickte, sah er, dass manchmal zwei Spuren und manchmal nur eine Spur da waren. Er bremerkte weiter, dass sich zu Zeiten größerer Not und Trauer nur eine Spur zeigte. Dshalb fragte er den Herrn: "Herr, ich habe bemerkt, dass zu den traurigen und schwierigen Zeiten meines Lebens nur eine Spur zu sehen ist. Du hast aber versprochen, stets bei mir zu seinl. Ich versteh nicht, warum du mich da, wo ich dich am nötigsten brauchte, allein gelassen hast." Da antwortete der Herr: "Mein lieber Freund, ich liebe dich und würde dich niemals verlassen. In den Tagen, wo du nur ein Paar Fußspuren gesehen hast, da habe ich dich getragen."

(aus dem Amerikanischen)


 Jetzt

ICH BIN IN GEDANKEN SCHON DORT WO ICH

MORGEN ERST SEIN WERDE

MIT MEINEN GEDANKEN RENNE ICH MIR DAVON

ICH BLEIBE STEHEN

SPRÜRE MEINEN KURZEN ATEM

ICH WILL ZU MIR KOMMEN 

DAHIN WO MEINE FÜSSE SIND

(Anne Steinwart)


Rezept

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muß, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaleko (aus: Die paar leuchtenden Jahre)


Ein Segen

Es wachse in dir der Mut,

dich einzulassen

auf dieses Leben

mit all seinen Widersprüchen,

mit all seiner Unvollkommenheit,

dass du beides schaffst:

kämpfen und geschehen lassen,

ausharren und aufbrechen,

nehmen und verzichten.

Es wachse in dir der Mut,

dich selbst liebevoll wahrzunehmen,

damit du dich einlassen kannst

auf andere Menschen

und ihnen geben kannst

von dem, was du bist und was du hast.

Sei gesegnet

und mit dir die Menschen,

die zu dir gehören. 

Dazu segne dich heute

Gott der Vater, 

der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.


"Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten"

Hilde Domin


DU BRAUCHST NICHT IMMER EINEN PLAN

MANCHMAL REICHT ES ZU ATMEN, ZU VERTRAUEN,

DEN DINGEN IHREN LAUF ZU LASSEN UND

ZU SEHEN WAS PASSIERT. 

Autor unbekannt


Vergessen wir nicht, nicht alles ist abgesagt:

Sonne ist nicht abgesagt
Frühling ist nicht abgesagt
Beziehungen sind nicht abgesagt
Liebe ist nicht abgesagt
Lesen ist nicht abgesagt
Musik ist nicht abgesagt 
Phantasie ist nicht abgesagt
Freundlichkeit ist nicht abgesagt
Gespräche sind nicht abgesagt
Hoffnung ist nicht abgesagt
Beten ist nicht abgesagt.
Das alles und noch vieles mehr ist jetzt mehr denn je …
angesagt!"

Bleiben Sie gesund und behütet!


Morgengebet:

Die Nacht ist um, der Tag erwacht.
Ich sehe die Sonne die am Himmel lacht.
Ich spüre die Erde die meine Füße berührt,
und höre die Stimme, die im Herzen mich führt.
Hab Dank für das Leben, das du heute
mir schenkst,
du der du mich beim Namen nennst.
Einen Korb voll Freude will ich verschenken,
und an alle Menschen mit Liebe denken.
Amen

(Anonym, zitiert von Waldemar Pisarski)