Aktuelles

Liebe Gemeindeglieder, liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

die Welt steht Kopf. Die täglichen Nachrichten überfluten uns mit Nachrichten über die Pandemie. Das Leben steht an vielen Punkten still. Und Fragen bestimmen das Leben, von denen wir vor Kurzem noch nichts wissen wollten. Aus den besonders betroffenen Regionen Europas wie Italien und Spanien hören wir von Toten. Wir sehen Bilder von Militärfahrzeugen, die Verstorbene abtransportieren müssen. Und manch einer von uns blickt nun erstarrt wie das Kaninchen vor der Schlange. Fragen, Sorgen und Zweifel brechen auf. Noch nie war das Leben derart generell in Frage gestellt, wie in unseren Tagen. Und es stellt sich die Frage nach dem, was Halt und Trost, Geborgenheit und Zuversicht gibt. In diesen Tagen blicken wir Christinnen und Christen auf den Weg unseres Herrn Jesus Christus. In der Karwoche verfolgen wir die Stationen vom Einzug Jesu in Jerusalem (gerade noch umjubelt und als der Heilsbringer erwartet) bis hin zum Tod am Kreuz (verspottet und verachtet) und zur Grabesruhe an Karfreitag und Karsamstag. Es ist ein Weg ganz nach unten, hoffnungslos, ausweglos, perspektivlos, wenn man das außer Acht lässt, was sich in der nachfolgenden Woche als Botschaft anschließt. Ostern lässt es wieder hell werden. Ostern lässt aufatmen. Ostern richtet auf. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Gott schenkt Leben, neues Leben. Doch in diesem Jahr müssen wir auf die Gemeinschaft in den Gottesdiensten in unseren Kirchen verzichten. Trotzdem bedeutet das aber nicht: Die Botschaft ist nicht mehr gültig. Gerade im Gegenteil: Unsere Zeit wird zu einer Bewährung dieser Botschaft. Wir gehen den Weg Jesu mit, gerade auch in die Tiefen. Und dort ist er uns ganz nah. Und wir dürfen im Lichte von Ostern aufblicken und wissen, dass es mit dem Auferstandenen eine Zukunft gibt. Darauf trauen wir. Jeden Abend um 19 Uhr läuten unsere Kirchenglocken. In den Kirchen brennt die Osterkerze, ein Zeichen für die Gegenwart des Auferstandenen und die Botschaft von Ostern. Und in unseren Häusern können wir eine Kerze ins Fenster stellen, ein Licht der Hoffnung, und dazu ein Gebet und ein Vaterunser sprechen. Auf unserer Homepage finden wir Worte der Ermutigung und des Trostes. Für jeden Sonntag, jeden Feiertag, jede herausragende Station in diesen Tagen ist eine Predigt eingestellt. Diese Predigten möchten uns auf dem Weg durch die Tage begleiten und ermutigen. Sie möchten uns das Wort Gottes in diesen herausfordernden Zeiten nahebringen. Unseren Gemeindegliedern ab 70 Jahren haben wir einen Brief zukommen lassen, in dem Hilfsangebote wie auch eine Predigt enthalten waren. Wir bemühen uns, in Kontakt zu bleiben und zu zeigen, dass wir füreinander da sind. Keiner von uns weiß aktuell, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Für das Gemeindeleben bedeutet dies, dass wir mitunter schweren Herzens manches verschieben oder gar ausfallen lassen müssen. So werden wir auf die schnellen Informationsmöglichkeiten zurückgreifen. Vor allem auf unserer Homepage (www.ismaning-evangelisch.de und www.unterfoehring-evangelisch.de) bemühen wir uns stets aktuell zu sein. Auch in den Ortsnachrichten und Informationsheften in den Gemeinden versuchen wir den neuesten Stand einzubringen. Da diese Hefte aber stets einen gewissen Vorlauf benötigen, ist es gut sich ggf. anderweitig noch einmal zu vergewissern. Ich wünsche Ihnen allen – auch im Namen des gesamten Teams – eine behütete und bewahrte Zeit, eine Zeit, in der Sie die Ereignisse der Kar- und Osterwoche ganz neu und vielleicht auch auf ganz andere Weise erfahren. Möge die Botschaft dieser Tage uns allen Geborgenheit und Halt, Trost und Frieden geben.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Pfarrer Carsten Klingenberg

 

März 2020





Liebe Gemeindeglieder,

es sind ungewöhnliche Zeiten, in denen wir stehen. Fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens stehen still. Und auch in den Kirchen müssen wir auf Gottesdienste und andere Formen der Begegnung verzichten.

Doch der Glaube ist und bleibt lebendig. Und weil wir davon überzeugt sind, dass uns der lebendige Gott nicht allein lässt in Zeiten der Not, finden wir andere Wege, um Gottesdienst zu feiern, um Zuspruch zu empfangen, um einander Hoffnung zu schenken, um einander zu stärken und beizustehen.

Nicht alle haben moderne Kommunikationsformen. Und das brauchen wir auch nicht unbedingt.

Gottesdienst können wir auch feiern, indem wir einen Fernsehgottesdienst, einen Gottesdienst im Radio oder im Internet mitfeiern.

Darüber hinaus schreibe ich zu jedem Sonntag und zu jedem Feiertag eine Predigt, die zum einen auf unserer Homepage (www.ismaning-evangelisch.de bzw. www.unterfoehring-evangelisch.de) nachzulesen ist, die ich Ihnen aber auch diesem Brief beilege. Ich wünsche erbauliche Lektüre.

Zudem läuten sowohl in Ismaning als auch in Unterföhring jeden Abend um 19 Uhr die Glocken. In unseren Kirchen brennt die Osterkerze und eine Person spricht in der Kirche ein Gebet und das Vaterunser. Für uns zu Hause ist es die Möglichkeit, sich in dieses Gebet mit einzuklinken. Wir können eine Kerze, ein Licht der Hoffnung in unser Fenster stellen und ebenfalls ein Gebet und das Vaterunser sprechen. Dazu möchte ich Sie herzlich einladen (siehe beigefügtes Blatt).

Und auch für Menschen, die in dieser Zeit Hilfe benötigen, bieten wir eine Möglichkeit, sich zu melden, und wir schauen, was wir machen können.

Ich wünsche Ihnen –auch im Namen des Kirchenvorstandes -, dass Sie diese Zeit gut überstehen. Bleiben Sie behütet!

Herzliche Grüße

Ihr Pfarrer Carsten Klingenberg


Ein Gebet in der Coronakrise

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.

Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. 

Bitte tröste die, die jetzt trauern.

Schenke den Forschern und Ärzten Weisheit und Energie. 

Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft und 

Widerstandsfähigkeit in dieser extremen Belastung. 

Den Politikern, Mitarbeiter der Gesundheitsämter und allen, 

die Verantwortung für andere tragen, Klugheit und Besonnenheit. 

Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.

Um Frieden in mitten des Sturms, um klare Sicht. 

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten. 

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen niemanden umarmen können.

Berühre Du ihre Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Pandemie abschwillt, 

dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann. 

Mach uns dankbar für den Tag in Gesundheit. 

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.

Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.

Dass Du allein ewig bist. 

Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt. 

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen. 

Wir vertrauen Dir. Danke. 

Amen